Sonntag, 5. April 2015

Angespielt: SaD Project - Spheres & Darkness

Heute nur ein kurzer Abriss zu einem angespielten RPG Maker Werk, welches wir (Drei) anscheinend nicht weiterspielen werden, aus nachstehenden Gründen, aber vor allen Dingen einem ausdrücklichen Satz: Die erste Spielstunde ist schrecklich langweilig. Und nach diesem Ersteindruck, wollen wir auch gar nicht mehr sehen.

Die Prämisse könnte interessant sein: Eine dämonisch-göttliche Entität, holt den Protagonisten nach einem tragischen Unfall zurück ins Leben, womit dieser gegen einen Dämonen ziehen kann, welcher das Heimatdorf des Protagonisten komplett ausradierte. Ist auf Papier also eine gute Motivation für den Helden: Er hat eh kein Dorf mehr, die Entität wird sicher sauer wenn er nichts macht, durch die Entität hat er die Kraft erlangt auch wirklich etwas zu unternehmen, der Dämon bedroht physisch die Restwelt also muss auch tatsächlich was getan werden. Wäre nur gut, wenn das auch die echte Motivation des Helden (in der ersten Stunde) wäre und das Storytelling weniger frustrierend und lückenhaft wäre...

Die Vorgeschichte ist seltsam

Die Vorgeschichte ist eher die "Nachgeschichte", spielt so ungefähr in unserer Zeit und imitiert den Film "Das Jesus Video". Der verantwortliche Entdecker ruft eine kleine Forschergruppe an den Tisch, damit sie sich die bahnbrechende Entdeckung des Tapes ansehen können. Und statt vorher Abzüge auf ein modernes Medium zu machen, "dekompiliert" der Forscher das Originalvideo live und wir sehen: Nichts. Weil die Kamera des Zeitreisenden nicht mehr richtig funktionierte, im Gegensatz zur Audioaufnahme, liest man sich eine langatmige Blackscreen-Erklärung durch. Wie spannend.
Mein Primärproblem mit dieser Entdeckung ist: Wenn wir kein Videomaterial haben, von solch unglaubwürdigem Zeug wie einer Zeitreise berichtet wird und der Einzige, der auf das Band spricht, der Zeitreisende selbst ist (und keine einzige zeitgenössische Figur), wäre als Forscher mein erster Gedanke: FAKE.

Der Verlauf binnen einer Stunde

Im Wesentlichen beginnt das Spiel damit, dass unser jugendlicher Protagonist von drei anderen Jugendlichen gegängelt wird. Und das ist blöd. Und dann kann man das Dorf frei erforschen, was keinen tieferen Sinn zu besitzen scheint.
Es wird uns erzählt, dass der Vater auf einer Farm außerhalb der Stadt ist, wo wir uns hinbegeben und unsere erste Quest erhalten, die irgendwie... seltsam ist. Nämlich deswegen, weil es erfordert auf einem hohen gefährlichen Plateau, ohne Sicherungen, ein Kraut zu pflücken, welches in erster Linie an den steilen Hängen wächst. Das ist aber eine tolle Aufgabe, die der Vater seinem minderjährigen Sohn gab, damit Paps seine Suppe haben kann. Da kann ja gar nichts schief ge..... oh, doch.

So fällt unser Protagonist in die Tiefe (wahlweise mit einem Hund, den man optional fand. Warum der mitfällt wissen wir nicht), klatscht auf, ist tot. Doch statt ins Jenseits einzukehren, hat eine mystische Entität (die offensichtlich dämonisch und böse ist) ihn abgefangen und verleiht ihm krasse Kräfte, damit er den Feind besiegen kann, welcher Off-Cam das Protagonisten-Dorf zerstörte (obwohl wir von oben aus noch unser Dorf sahen. Wann ist das passiert?).

So kehrt unser Held zurück ins Leben, entdeckt durch den Ausspruch "Feuer" mal eben, dass er nun Feuermagie beherrscht und latscht los zu seinem vermeintlich zerstörten Dorf, welches tatsächlich komplett ausradiert wurde. Und das ist blöd. Deswegen will er nun die Welt vor diesem Grauen, welches der Dämon ist, warnen (obwohl wir ihn nie sahen. Aber wenn die vertrauensvolle Entität das behauptet, welche unseren Zorn zu speisen scheint, also ganz offensichtlich böse ist, muss das wohl so sein).

Da der Held aber nachvollziehbarerweise noch immer geschwächt ist von seiner Auferstehung, gibt es keinen einzigen Kampf bis zum nächsten Dorf. Oder viel mehr, sind da schon Kämpfe. Aber in den Encountern sind keine Monster, wodurch jeder "Kampf" automatisch gewonnen wird. Keine Ahnung was das soll, aber es existiert.

Und dann trifft man anscheinend auf den Zeitreise-Chronisten, der einen mit Zeug zulabert, der Held fällt um und wacht wieder im Bett seiner Love Interest auf. Man wird mit mehr endlosem Zeug zugelabert (noch immer kein Gameplay), die Charaktere erzählen nicht nachvollziehbaren Wirrwarr, die Love Interest beschließt mitzukommen weil... sie die Love Interest ist. Und dann sollen wir ins Dorf zurückgehen, um sicher zu gehen, dass es auch wirklich weg ist, obwohl sie uns das vorher doch eh glaubte.... Und dann hatten wir keine Lust mehr.

Die Probleme

Das Spiel erzählt. Es erzählt und hört nicht auf damit. Und es macht sich keine Mühe dem Spieler einen Grund für mögliches inhaltliches Interesse zu geben. Es gibt nichts zu entdecken, es gibt nichts zu tun, man baut keine Beziehung zu dem zerstörten Dorf auf (weder positiv noch negativ), der Plot ist völlig an den Haaren herbeigezogen und erzwungen.

Die Dialoge werden durch völlig irrelevante ausschweifende Informationen nicht nur länger, sondern stupider. Die erzählerischen Dialoge werden nicht spannender, wenn auf dem Bildschirm nichts passiert, sondern nur geredet wird. Der Zeitreise-Erzähler redet während eines Blackscreens ("zu Zeiten, als Magie noch existierte"... äh, ja. Das wirkt unfreiwillig seltsam). Die dämonisch-göttliche Entität hört nicht auf, vor einer Glasboden-Chaosdimension ihre Lebensgeschichte (und mehr) zu erzählen, während auf dem Screen effektiv nichts passiert - das kommt quasi einem Blackscreen gleich. Der Protagonist ist danach nur am Monologe halten (teilweise verständlich, aber weshalb so lang?!). Die Love Interest folgt auch kurz darauf und hört nicht auf zu reden. Wir waren ungefähr eine Stunde im "Spiel" und es wurde nur geredet und geredet und es wird nicht das Geringste gezeigt.

Der Held wird "außerwählt", obwohl er geistig und physisch nichts Besonderes ist. Aber der Dämon-Gott möchte ihn als Wirt, weil "Hass" in ihm brodelt. Weshalb? Weil die drei Jugendlichen ihn mobbten? Und er hasste das Dorf auch, weil... keine Ahnung, denn er schien sonst keine Probleme zu haben. Er ist also optimal, weil Jugendliche das machen, was Jugendliche machen? Da käme sicherlich niemand Anderes auf der Welt in Frage.
Wie wäre es damit: Er muss zwangsweise gewählt werden, weil sein Dorf zerstört wurde (erster Angriff des Dämons) und er der einzige Überlebende ist!

Die Gezwungenheit des Plots ist im Wesentlichen das letzten Problem der ersten Stunde:

Es war immens offensichtlich, dass der Held die Klippe runterfallen wird. Wir haben nur darauf gewartet, dass ein so blöder Satz kommt wie "Oh, da wächst ja das Kraut am Steilhang. Wie immer".
Hat die Entität oder der Dämon nur darauf gewartet, dass der Held was richtig Dummes macht und sich umbringt, damit ausgerechnet in dem Augenblick das Dorf zerstört werden, die Apokalypse ausrufen UND er als Wirt fungieren kann? Das sind ein paar Zufälle zu viel, die hier aufeinander treffen. Glaubt ihr etwa, die dämonische Entität ist der Dämon selber?
Wie spannend °3° Nein, ist es nicht; weder als Plottwist, noch wenn dem nicht so wäre.

Wie lange schlief er denn jetzt? Zwei Tage durchgehend? Dann wird später behauptet, es wären präzise noch mehr Tage vergangen? Gilt das jetzt ab seinem Tod oder doch nicht? Die Zeitangaben verwirren.
Und als er seine Reise begann, fiel ihm selbst bis jetzt nicht auf, dass es durchgehend Tag ist, wegen irgendeiner Zeit-Stop-Sache, die seit dem Erscheinen des Dämons (?) waltete? Aber wie können sie dann ohne technologische Hilfsmittel die Zeit messen und bestimmen, wie viele Tage vergangen sind?!

Warum zwingt sich Love Interest Lady in die Party des Protagonisten, ohne auch nur einen einzigen ersichtlichen Grund? Und dann bestimmt sie auch noch, dass ihr Vater ebenfalls mitkommt, der dazu auch nichts sagt sondern einfach hinnimmt. Haben die das schon zuvor besprochen, ohne je mit dem Protagonisten geredet zu haben? Wenn ja, wieso? Wenn nein, wieso bestimmt sie das einfach? Und eigentlich sollte sie eh wissen, dass er doch nicht mit kann, weil er hier wichtige Aufgaben zu erledigen hat, also kommt er nicht mit. Aber sie kommt mit weil.... Love Interest? Weil sie ein Bauernmädchen ist und keine Superkräfte besitzt? Und wieso sagt der Protagonist nichts dagegen? WAS PASSIERT HIER ÜBERHAUPT?!

Ja und das war's eigentlich. Bitte mehr zeigen, weniger erzählen. Das Spiel animiert massiv dazu, einfach die Dialoge durchzuhämmern, weil keiner der Charaktere dazu in der Lage ist mal auf den Punkt zu kommen und unnötige Informationen rauszulassen.
Einen großen Teil der Dialoge hätte man sich sparen können, wenn die dämonisch-göttliche Entität dem Helden nichts erzählt hätte, sondern er einfach aufwacht und nach und nach entdeckt, dass er diese Kräfte hat. Das wäre auch für den Spieler spannender, weil er wissen will was hier überhaupt passiert ist. Wäre besser, als die spannungskillenden Expositionen.

[True]

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